Mykotherapie – Gesundheitsförderung über die Ernährung hinaus

Vitalpilze

Die Mykotherapie beschreibt die Anwendung von bestimmten Vitalpilzen zur Anregung der Eigenregulation des erkrankten Körpers. Nicht nur in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) findet die Mykotherapie Anwendung, sondern auch in der westlichen Welt wurden Heilpilze schon von Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert eingesetzt. Heutzutage beweisen immer mehr wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit der Pilze und hier und da finden sie schon Einzug in die Schulmedizin als wichtiges Element zur ganzheitlichen Therapie (Human).

Die Stärke der Vitalpilze liegt vorrangig in der Wirkung der enthaltenen Adaptogene. Diese Substanzen können den Patienten in einen Zustand der Ausgeglichenheit bringen, zurück in die Balance. Dabei treten je nach IST-Zustand unterschiedliche Ereignisse auf, z.B. wird bei Bluthochdruck der Blutdruck gesenkt, während bei zu niedrigem Blutdruck dieser nach oben reguliert wird. 
Pilze befinden sich in ihrer Einteilung zwischen Tier und Pflanze, sind starke Recycler von organischem Material und bilden Synergien mit einigen Pflanzen. Dabei bilden sie auch Stoffe, die gegen Bakterien, Viren und schädliche Pilzen wirken. So ist das starke Antibiotikum Penicillin eigentlich nichts anderes, als ein Stoffwechselprodukt von Pilzen.

Wie bei Krustentieren und Insekten, besteht auch die Zellstruktur der Pilze aus Chitin. Da Chitin nicht sonderlich gut verdaulich ist, werden die Pilze nicht nur zu Pulver verarbeitet, sondern auch zu Extrakten, in denen dann weitere Wirkstoffe aus dem Chitingerüst herausgelöst sind. Auch gibt es mittlerweile Flüssigextrakte. 
Das Pulver ist dadurch auf keinen Fall nutzlos, sondern kann vor Allem prophylaktisch mit der natürlichen Kombination aller Substanzen des jeweiligen Pilzes eingesetzt werden. Zur gezielten Therapie bzw. Unterstützung mit bestimmten Wirkstoffen aus den Pilzen kommen die Extrakte zum Einsatz, welche eine sehr hohe Bioverfügbarkeit aufweisen. Noch besser Resorbiert werden können die Extrakte in flüssiger Form. Auch kann eine Mischung aus Pulver und Extrakten Vorteile in ihrer spezifischen Wirkung haben. Die Pilze werden egal in welcher Form einzeln oder in synergistischen Kombinationen angewandt.

Angebaut werden die Pilze immer noch zu einem Großteil im Hochland Zentralchinas ohne Einfluss von Industrie oder Pestizide. Jeder Hersteller sollte die Produkte von einem unabhängigen Kontrolllabor auf Schwermetalle, Pestizide und mikrobiologische Auffälligkeiten hin testen lassen und diese Informationen auch freiwillig an die Verbraucher weitergeben. Auch wird bei einigen Laboren ein DNA-Identitätstest zum Nachweis der enthaltenden Pilze durchgeführt.

Rechtlicher Hinweis: Da Vitalpilze als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Arzneimittel gehandelt werden, ist eine Anwendung am Pferd durchaus ohne Umwidmung erlaubt. 

 

Am besten lagert man das Pulver/den Extrakt in solchen braunen Gläsern. So sind sie vor Licht geschützt und verschlossen. 

Die 14 bedeutendsten Vitalpilze im Überblick

Wer jetzt dachte “Es gibt noch mehr Pilze außer Champignons und Shiitake?” – Ja! Und fast alle Pilze haben positive Wirkungen auf Krebserkrankungen im Humanbereich. Da Krebs im Pferdebereich nicht so weitverbreitet ist, wird im Folgenden nicht bei jedem Pilz auf die tumorhemmenden Eigenschaften eingegangen. Allgemein soll die nachfolgende Aufzählung nur für einen kurzen Überblick dienen.

Agaricus bisporus - Champignon

Der weltweit am meisten angebaute Speisepilz enthält wertvolle konjugierte Linolsäuren (CLA), die zusammen mit weiteren Inhaltsstoffen (zB Polysacchariden und Steroiden) vor der Entartung von Zellen schützen können. Außerdem kann der Champignon die Wundheilung unterstützen, die Lebergesundheit fördern (v.A. bei Fettleberproblemen) und das enthaltene Lektin kann scih mit Hilfe von Polysacchariden an die Zellen binden und die Insulinsensitivität erhöhen. Bei der Wirkung macht es keinen Unterschied, ob es weiße oder braune Champignons sind. 

Agaricus blazei Murrill - Sonnenpilz/Mandelpilz

Auch ABM genannt, kommt der Agraricus ursprünglich aus dem Regenwald Brasiliens und wird als DER Immunregulator unter den Vitalpilzen beschrieben. Vor allem in der Krebsprävention, sowie -therapie und zur Linderung von Chemotherapie-Nebenwirkungen kann er nachweislich Erfolge verzeichnen. Hauptwirkstoffe scheinen die beta-Glucane zu sein. Ebenfalls soll die Sensibilisierung gegenüber Antigenen herabgesetzt werden, wodurch positive Auswirkungen auf allergische Reaktionen entstehen (Ekzem etc.). Auch eignet sich der ABM für den begleitenden Einsatz bei bakteriellen oder viralen Infektionen, zur Unterstützung bei Insulinresistenz und zur Stärkung der Leber.

Auricularia polytricha - Judasohr

Das Judasohr wird vorrangig zur Durchblutungssteigerung eingesetzt. Das kann nützlich sein, um Schmerzen zu lindern, bei Boxenruhe mit wenig Bewegung, sowie bei Hufrehe und Sommerekzem zu unterstützen.  Auch hat dieser Pilz dadurch eine positive Wirkung bei Lähmungen und Krämpfen. Aber Achtung: Bei tragenden Stuten ist das Judasohr kontraindiziert, da er zur verfrühten Einleitung der Geburt führen kann!

Chaga - Schiefer Schillerporling

Der Chaga ist DER Geheimtipp für gesunde Haut unter den Vitalpilzen. Vor Allem bei Hautentzündungen, entzündliche Magen-Darm Erkrankungen und Magengeschwüren wird er eingesetzt. Er wirkt entzündungshemmend und fördert das Immunsystem. Ebenfalls kann der Chaga bei Atemwegserkrankungen, wie Asthma oder Influenza unterstützen und hat antivirale Eigenschaften. Als Tonikum führt der Chaga zu einer erhöhten körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. 

Coprinus comatus - Schopftintling

Der Schopftintling hat einen hohen Gehalt an Vitamin C, weshalb er antientzündliche Wirkung zeigt. Von großer Bedeutung sind seine blutzuckersenkenden Eigenschaften, welche im Humanbereich dazu führen, dass die blutzuckersenkenden Medikamente heruntergefahren werden können. Allgemein hat er auch einen positiven Einfluss auf die Verdauung und Darmflorastörungen, sowie Tumore im Binde- und Stützgewebe.

Cordyceps sinensis - Chinesischer Raupenpilz

Pilz der Leistungssteigerung und da sind wir auch schon bei dem ACHTUNG: Doping! Mindestens 48 Stunden Karenzzeit sind beim Cordyceps angesagt, ansonsten wird der Dopingtest auf L-Tryptophan positiv ausfallen. Neben der erhöhten Kraft, Ausdauer und der aphrodisierenden Wirkung, durch die bessere Durchblutung der Geschlechtsorgane, hilft der Cordyceps bei der Entgiftung, bei Gelenks- und Lungenerkrankungen. Auch zeigt er Wirkung bei hormonellen Störungen und bakteriellen Erkrankungen.

Coriolus versicolor - Schmetterlingstramete

Der in Deutschland heimische Coriolus hat auch eine deutliche Wirkung auf das Immunsystem und ist daher bei bakteriellen und viralen Infekten, sowie bei Pilzerkrankungen und Parasiten angezeigt. Ebenso bei Hauterkrankungen, wie Sommerekzem und Mauke.

Enoki - Samtfußrübling

Starke antioxidative Eigenschaften zeichnen den Enoki aus, weshalb er als starker Radikalfänger und Immunmodulator bezeichnet wird. Mit diesen EIgenschaften wirkt er antibiotisch, antiviral, antifungal, lindert Leberbeschwerden und große Müdigkeit, sowie Allergien. Er ist der meistgenutzte Speisepilz in Japan und hat auch stark blutverdünnende Wirkung, daher sollte man ihn als Therapeutikum 2 Wochen vor einer OP absetzen.

Hericium erinaceus - Igelstachelbart

Als Schleimbildner hat der Hericium seinen Einsatzbereich hauptsächlich  bei Verdauungsstörungen, Magen- Darm – Infektionen und Magengeschwüren. Auch wirkt er positiv auf Hauterkrankungen, Fellprobleme, Sarkome, Allergien und die Regeneration von Nervengewebe. Nicht eingesetzt werden sollte der Igelstachelbart bei Infektionen der Lunge, die zu einer erhöhten Schleimbildung führen. 

Maitake - Klapperschwamm

Der Maitake hat positive Auswirkungen auf Diabetes, EMS und Insulinresistenz, sowie die Wundheilung. Auch das Immunsystem und die Leber kann mit dem Klapperschwamm unterstützt werden. Der hohe Gehalt an Ergosterin, welches zur Bildung von Vitamin D wichtig ist, kann die Knochenstrukturen unterstützen. Unabhängig davon sind auch positive Wirkungen auf den Muskelaufbau zu verzeichnen.

Pleurotus ostreatus - Austernpilz

In Deutschland der zweitbeliebteste Speisepilz nach dem Champignon. Vor Allem bei Adipositas kann sich der Austernpilz positiv auf den Fettstoffwechsel, sowie die Senkung der Glukose, Lipide und Leberenzyme im Blut auswirken. Auch antibiotische und antioxidantische Wirkung wird dem Pleurotus nachgesagt. 

Polyporus umbellatus - Eichhase

Der Eichhase wird eingesetzt zur Blutdrucksenkung und zur Entwässerung. Bei Ödemen, Blasenentzündungen und Harnsteinen kann er mit seiner harntreibenden Wirkung unterstützen. 

Reishi - Glänzender Lackporling

Der Reishi gilt als der intensivst erforschte Pilz und wird in der TCM als Antiaging-Mittel und intelligenzsteigernd bezeichnet. Dazu passt seine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System (z.B. blutdrucksenkend), den Fettstoffwechsel (cholesterinsenkend), die Alterung der Haut und Allergien (Hemmung der Histaminfreisetzung). Auch wird er bei Übergewicht, Stress, Leberproblemen und zur Anregung der Gallensäurenproduktion eingesetzt. Achtung: Nicht bei Gallensteinen einsetzen! Kontraindikation. 

Shiitake - Lentinula edodes

Dieser Pilz steht auf Platz Nr. 2 der am häufigsten verzehrten  Speisepilze weltweit. Dabei hat er auch noch ein breites Anwendungsspektrum im therapeutischen Sinne. Er wirkt sich positiv auf die Leber, Darmflora, Kreislauf (blutdrucksenkend), Fettstoffwechsel, Arthrose und Tumore aus. Man kann ihn an Stelle des Hericium einsetzen, wenn eine schleimbildende Grunderkrankung vorliegt.

Kleine Alleskönner?

Auch wenn die Forschung voranschreitet, sind die Vitalpilze noch lange nicht ausgiebig erforscht und ihr Einsatz sollte stets nur begleitend zu anderen Therapien erfolgen und diese nicht ersetzen. 

Wenn auch du nun Interesse an diesen Pilzen bekommen hast, dann buche doch einen Termin zur Futterberatung für dein Pferd und in diesem Zuge kann ich dir passend zur Situation einen oder zwei Pilze empfehlen.

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